Behandlungspflege

  • Was ist unter Behandlungspflege zu verstehen?

Dies sind alle medizinischen Maßnahmen, die vom Arzt an Alten- oder Krankenpflegepersonal delegiert werden können, wie z. B. Verbandswechsel, Injektionen.

  • Wann wird Behandlungspflege verschrieben?

Wenn der betreffende Kunde nicht mehr in der Lage sind, das Haus zu verlassen, um in die Praxis Ihres Hausarztes zu gehen und der Hausarzt keinen Hausbesuch durchführen kann.

  • Voraussetzung für die Behandlungspflege?

Der Hausarzt muss grundsätzlich zunächst eine „ Verordnung der Häuslichen Krankenpflege „ ausstellen, auf der die medizinischen Maßnahmen eingetragen sind, die Sie erhalten sollen und auch die begründende Diagnose. Eine weitere Voraussetzung ist, daß Angehörige die erforderliche Behandlungspflege nicht ausführen können.  

  • Wer führt die Behandlungspflege durch?

Ausschließlich examiniertes Pflegepersonal.
In einigen Ausnahmefällen darf bestimmte Behandlungspflege auch von speziell dafür geschulten Pflegehelfern durchgeführt werden.

  • Wer zahlt die Behandlungspflege?

Die Verordnung wird vom den Kunden oder, wenn vereinbart, vom Pflegedienst zur Genehmigung an die Krankenkasse geschickt. In der Regel wird die Behandlungspflege von der Krankenkasse übernommen. Allerdings bestehen seitens der Krankenkassen verschärfte Genehmigungsbedingungen seit dem 1. 7. 2000. Ein Erfragen vor Leistungsbeginn über die Kostenübernahme bei der Krankenkasse ist ratsam.

Sollte eine Ablehnung erfolgen, muss, sofern die Leistung weiterhin gewünscht wird, die in Anspruch genommene Behandlungspflege privat in Rechnung gestellt werden. Ansonsten erfolgt die Abrechnung direkt mit der Krankenkasse.

  • Thema Zuzahlung ab 2004

Ab 2004 gelten neue Zuzahlungsregelungen, die erstmals auch die Verordnung der häuslichen Krankenpflege umfassen.
Versicherte müssen 10 Euro je Verordnung bezahlen zuzüglich 10 % der verordneten und in Anspruch genommenen Leistungen zuzahlen. Die jeweils zuständige Krankenkasse stellt diese Beträge den Versicherten in Rechnung nach Inanspruchnahme der Leistungen. Insgesamt ist die Zuzahlung allerdings begrenzt auf maximal 28 Tage je Jahr.

Wichtig: Gleich welche Zuzahlungen geleistet werden müssen, sie dürfen kalenderjährlich maximal 2 % des Bruttoeinkommens betragen! Bei chronisch Kranken beträgt die Belastungsgrenze höchstens 1 % des Bruttoeinkommens.
(Beispiel: Bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 30.000 Euro darf die Zuzahlung pro Jahr höchstens 600 Euro betragen. Außerdem gibt es noch Freibeträge für den Ehegatten und Kinder).

Sehr wichtig ist es deshalb, alle Quittungen zu sammeln und sofort nach Erreichen des maximalen Betrages zur Krankenkasse zu gehen und sich für den Rest des Jahres von jeder Zuzahlung befreien zu lassen.